Die Hochzeits-Saison ist nun im vollen Gange – zahlreiche Brautpaare geben sich in den nächsten Wochen und Monaten das “JA”-Wort. Für alle, die noch in der Planungsphase sind hier 5 Tipps vom Hochzeitsfotografen für Euren Tag.

Einige Hochzeiten darf ich als Hochzeitsfotograf begleiten und dafür sorgen, dass diese schönen Momente für immer in Erinnerung bleiben.

Mit diesem Beitrag möchte ich zukünftigen Bräuten und Bräutigame ein paar Tipps mit auf dem Weg geben, die infolge auch euren Hochzeitsfotografen helfen werden, das perfekte Ergebnis für euch zu erzielen und möglicherweise Mehraufwand und zusätzliche Kosten vermeidet.

1. Make-Up :

Braut wird geschminkt

Das Make-Up sollte auf jeden Fall zu eurem Typ – natürlich auch Haut-Typ – passen. Ein fleckiges Make-Up, welches durch nicht fachgerechtes Aufgetragen oder durch falsche Produkte entsteht ist nicht nur für die Braut, sondern auch für den Fotografen alles andere als Wünschenswert. Ja, das kann retuschiert werden. Es ist allerdings ein beachtlicher zusätzlicher Zeitaufwand der mit unter gesondert verrechnet wird.

Mein Tipp: Sucht euch eine gute Visagistin, die ihr Handwerk versteht. Eine, die Erfahrungen mit Hochzeiten und mit Fotoshootings hat.

Auf meiner Hochzeits-Dienstleister-Partnerseite findet Ihr ein paar Links.

2. Sonnenbaden:

Jetzt, wo es wieder wärmer wird und bald die Freibadsaison beginnt, freut man sich über jeden Moment, in dem man die Sonne genießen kann. Liebe Bräute, falls ihr ein schulterfreies Brautkleid habt: bitte achtet darauf, dass die Träger eurer Bikini-Tops keine sichtbaren Spuren (helle Hautstelle etc.) hinterlassen. Diese Streifen per Photoshop nachträglich bei mehreren hundert Bildern zu entfernen kostet viel Zeit – und damit auch mehr Geld!

Mein Tipp: Etwa ein bis zwei Wochen vor der Hochzeit solltet ihr mit dem Sonnebaden sehr vorsichtig sein. Achtet besonders auf gleichmäßiges Bräunen jener Bereiche, die nicht durch das Brautkleid verdeckt sind.

3. Das Brautkleid:Brautkleid©ThomasMagyarFotodesign-6752

Neben dem Bräutigam natürlich, ist das Brautkleid wohl der wichtigste Bestandteil einer Hochzeit. Es soll etwas besonderes sein – mal märchenhaft, mal schlicht, mal klassisch, mal modern. Aber das wichtigste: es muß zu euch passen und ihr müsst euch darin wohl fühlen. Und damit meine ich nicht nur, dass es gut sitzt und ihr ausreichend Luft bekommt 😉 , sondern dass ihr euch in dem Kleid gefallt. Dieses rundherum “wohl fühlen” ist in weiterer Folge für mich als Hochzeitsfotograf wichtig, da euch das Brautkleid nicht ablenken soll.

Nehmt euch beim Aussuchen des Brautkleides Zeit, geht ohne “Leistungsdruck” ins Brautmodengeschäft – seid nicht enttäuscht, wenn beim ersten mal nichts dabei war das euren Vorstellungen entspricht. Wenn ihr früh genug mit der Suche nach dem für euch perfekten Kleid beginnt, könnt ihr euch mit euren Freundinnen sicherlich den ein oder anderen Brautkleid-probier-Nachmittag gönnen.

4. Zeit für das Brautpaar-Shooting:

Mein Tipp – gleich vorweg: Nehmt euch Zeit für das Brautpaar-Shooting! Ich persönlich wünsche mir von “meinen” Brautpaaren eine Stunde für das Brautpaarshooting. Oft sind wir auch schneller fertig, aber es ist immer besser etwas Reserve zu haben.

Warum eine Stunde für’s Brautpaarshooting?

1) Manchmal muss man ein wenig Weg- oder Fahrzeit einkalkulieren, um an den gewünschten Ort für das Shooting zu kommen.

2) Bei fast jedem Shooting braucht es ein paar Minuten, bis man „in Fahrt kommt“, sich sozusagen an einander und das Brautpaar an die Kamera gewöhnt hat. Das ist völlig normal. Und: es herrscht meistens an diesem Tag ein emotionaler Ausnahmezustand – im positiven Sinne 😉 Genau diese Emotionen versprühen das gewisse Etwas und machen den Moment zu etwas ganz Besonderen, das es für euren Hochzeitsfotografen gilt, festzuhalten. Je mehr Vertrauen und Lockerheit dem Fotografen gegenüber besteht, desto besser gelingt das!

Weil ich manchmal gefragt werde, ob sich das Brautpaar die Posen ausdenken “muss”:

Meine Antwort: “Nein, müsst ihr nicht! Aber ihr könnt, wenn ihr wollt :)” Hier richte ich mich nach den Wünschen jedes Brautpaares. Manche haben konkrete Vorstellungen, die sollte man auf jeden Fall einige Zeit vor dem Tag der Hochzeit besprechen, damit ich mich darauf einstellen und vorbereiten kann. Manche Brautpaare sagen mir, dass sie sich ganz auf mich verlassen und ich ihnen einfach Anweisungen geben soll. Das räumt einen kreativen Spielraum ein, und es kann ausgekostet werden, was die Location “hergibt”.  Eine stilistische Richtungsvorgabe seitens des Brautpaares ist natürlich hilfreich. Hierzu habe ich eine Pinterestgalerie eingerichtet, die ich ständig mit neuen Ideen für Brautpaarfotos füttere.

5. Qualität vs. Quantität:

Fotos sind das was bleibt, wenn das letzte Stück Musik gespielt wurde, der letzte Tanz getanzt und das letzt Stück Torte gegessen wurde.

Eine Frage, die ihr euch selbst beantworten müsst: Ist es euch wichtiger tausende Fotos zu bekommen, die quasi jede Sekunde eures Hochzeitstages dokumentieren oder legt ihr Wert, dass die wichtigsten Momente – natürlich auch der eine oder andere Schnappschuss – festgehalten werden, mit ein paar Hundert Fotos, die dafür perfekt sind und allesamt immer wieder gerne angesehen werden?

Wer sieht sich tausende Fotos an, die zu 70% ähnliche Situationen zeigen (Tanz/Party etc.)? Wichtig ist, dass neben dem Brautpaar und den dazu gehörigen Hauptdarstellern alle Gäste  zumindest einmal abgebildet sind. Meiner Erfahrung nach kommen in ein herkömmliches Fotoalbum höchstens 100-150 Fotos. Der Rest vegetiert all zu oft auf der Festplatte vor sich hin.

Natürlich wird öfter abgedrückt und es kommen schon mal gerne 2000 Fotos bei einem 6 Stunden-Auftrag zusammen. Hier sind dann eben auch Fotos dabei, wo jemand durchs Bild gelaufen ist, wo der Blitz nicht ausgelöst hat, wo jemand die Augen geschlossen hat usw.

Meist bleibt in etwa die Hälfte an Bildern nach der ersten Selektion übrig, die es “wert” sind nochmals durchgesehen, aussortiert und schließlich bearbeitet zu werden. Jedes Bild, das ich aus der Hand gebe, ist bearbeitet. Ich nenne es “entwickeln“ – in der digitalen Dunkelkammer – nur eben nicht mit Chemikalien, sondern mit Computer und Stift-Tablett.Hochzeitsalbum aufgeschlagen

Übrigens wird genau genommen ein digitales Foto erst durch den Druck auf Papier zum “Bild”. Einen schönen Ausdruck oder ein hochwertiges Fotobuch in Händen zu halten, durch zu blättern, und dieses Werk dem Brautpaar überreichen zu können, das ist für mich als Hochzeitsfotograf immer wieder ein schönes Erlebnis.

Mein Tipp: lasst euch jene Fotos, die euch am besten gefallen qualitativ hochwertig ausdrucken oder gar ausbelichten. Euer Hochzeitsfotograf arbeitet sicherlich mit einem guten Labor zusammen oder druckt die Bilder mit einem professionellen und kalibrierten Fine-Art-Drucker auf entsprechenden Papieren sogar selber aus. Gleiches gilt für Fotobücher. Hier gibt es Anbieter wie Sand am Meer zu verführerisch günstigen Preisen. Dennoch lohnt es sich auch hier ein wenig mehr zu kalkulieren und etwas in der Hand zu halten, was Bestand hat.

5 Tipps vom Hochzeitsfotografen für Braut und Bräutigam